Paestum ist weit genug von Neapel weg um schon wieder saubereres Wassen zu bieten und hat mit den berühmten griechischen Tempeln auch was zu bieten. Außerdem einen Bahnhof, von dem man schnell und billig nach Neapel kommt.
Die besterhaltenen griechischen Tempel stehen 100 km südlich von Neapel. Eine ehemalige griechische Kolonie in Italien, wurde später von den Römern erobert. Die Lagune vor der Stadt, ein natürlicher Hafen, versumpfte nachdem immer mehr Wälder gerodet wurden und die Flüsse die erodierte Erde an der Küste anschwemmten. Eine Süßwasserlagune ist Brutgebiet der Malariamücke. Wegen der Malaria wurde die Stadt aufgegeben. Sie wurde vom Sumpf überwuchert, vergessen und erst um 1750 wieder entdeckt. Ein großes Ruinenfeld. Ein Großteil der Stadt wurde im Zuge der Entwässerung der Sümpfe schon ausgegraben, ein Teil wurde wieder mal überbaut. Wie man über einem Ruinenfeld jemals eine Baugenehmigung erhalten haben kann, wird mir immer unverständlich bleiben.
Das Gelände ist sehr weitläufig. Ein Tempelbezirk, eine Wohnstadt, das Theater, eine lange Stadtmauer.
Auch etwas von der feinen Kunst hat sich erhalten. Die Tempel waren farbig verkleidet, hier ein Stück des Gesimses über den Säulen. Auch einige schöne Vasen steckten im Sumpf.
Im Giebel eines Tempels steckten recht gruselige Reliefs - wenn man sich vorstellt, dass das alles farbig war - noch gruseliger. Die wertvollsten Stücke sind im Museum neben dem Tempelgelände zu sehen.
Unweit der versunkenen Stadt wurde ein Gräberfeld entdeckt. Die Gruften waren zum Teil mit sehr lebenslustigen Fresken bemalt. Das berühmteste ist sicherlich "Der Taucher" und das Symposium. Die Scenen mit den Gladiatoren sind recht blutig. Wozu der kleine Giftzwerg gemalt wurde, weiß keiner mehr, aber nett. Vielleicht war es ja der Tote. Stand alles im Paestum-Museum, das über den Trümmern des Amphittheaters erbaut wurde. Wir hatten einen Regentag gut genutzt.
Na ja, an drei Tagen war es nicht so schön. Besichtigungen überbrückten die Tage. Albert fuhr mit dem Zug nach Neapel. Um diese Jahreszeit ein großer Nachteil: um 19 Uhr wurde dunkel. Auf dem Campingplatz "Athena" konnte man wenigsten dann billig und gut essen.
Wenn es regnet, dann ist das Zelten irgendwann nicht mehr so schön. Alles wird irgendwann klamm! Kaum eine Gelegenheit um was zu trocknen. Aber es wurde doch wieder besser.
Das alte Herculaneum (links) liegt unter dem heutigen Ercolano. Das alte Pompeji (rechts) wurde vom heutigen Pompei überbaut. Beide wurden im jahr 79 n.Chr. während des großen Vesuvausbruchs unter ca. 5 bis 20 m hohen, zusammengebackenden Staub-, Schlamm- und Steinschichten begraben. Aber schon die Römer gruben Löcher die Erde und holten zumindest aus Pompeji, was sie noch bergen konnten. Der Vesus ist von den Städten aus zu sehen, trotzdem macht er den Eindruck, als ob er ganz weit weg wäre. An dem Wochenende war "Europäisches Kulturerbe - Wochenende" und beide Ausgrabungen waren ohne Eintritt zu besuchen.
Eindrücke aus Ercolano. Ein Ladenschild aus Marmor und der Eingang zum "Haus mit den großen Säulen" (Casa del Gran Portale - Nr. 14 auf dem Audiophon). Die Häuser haben Nummer und mit einem Audiophon kann man sich individuell jedes Haus erklären lassen. Man bräuchte allerdings einen ganzen Tag, um alle Häuser und Geschichten zu hören.
Eindrücke aus Ercolano. Links eine Hausaltarniesche (Lararium). Das Bild rechts entstand im Haus des Augustuskultes (Sede degli Augustali). Hinter den Eingang größerer Häuser ist ein kleines Zimmer für den Portiers-Sklaven. Das Sede degli Augustali hatte einen besonders treuen Portierssklaven. Er blieb in dem Zimmer auch nach dem Vulkanausbruch und liegt noch jetzt auf dem verkohlten Bettgestell in der dunkeln Kammer. Die anderen Bewohner sind meist zum Strand gerannt und hatten sich in gemauerten oder in den Fels gehauenen, gewölbten Bootsanleger versteckt. Dort fand man sie dann erstickt übereinander liegend. Die Decken der normalen Häuser sind meist unter dem Gewicht der Staub-, Asche-, Schlamm- und Gesteinsmassen eingestürzt. Die Menschen in Herculaneum starben sehr schnell und einer pyroklastischen Lawine.
Die Häuser weisen in Variationen den typischen römischen Grundriss auf: z.B. Eingang mit Portiers-Sklavenloge, daneben evtl. ein Klo (fürs Personal vermutlich), in einem Haus war über der Latrine noch der Preis für eine Leerung eingeritzt (40 ?). Nach dem Eingang kommt man in das Atrium (1. offener, kleiner Innenhof), um das Atrium herum die Schlaf- und Ruheräume (Cubiculum). Die Räume waren je nach Geldbeutel des Besitzers mit Türen oder Tüchern verschlossen. Im Atrium gab es ein offenes Becken, in dem Regenwasser gesammelt wurde (Impluvium) und dann in eine unterirische Kaverne geleitet wurde. Wasser kam auch aus Bleirohren ins Haus. Man sieht die Bleirohre noch. Römer hatten Probleme mit Bleivergiftungen, aber wie lange wurden bei uns Bleirohre verwendet. Die Römer konnten bekanntlich keine Druckwasserleitungen bauen, benutzten das Gefälle über Aquädukte. Trotz der offenen Häusern gab es keine Heizung. Recht unbequem im Winter, auch in den Breiten.
Der zweite, größere Innenhof (Peristyl) ist vom ersten Innenhof durch einen repräsentativen Empfangsraum (Tablinum) getrennt. Daneben war das große Speisezimmer (mit Liegen), die Räume der Herrschaft, die Räume mit den Vorräten, die Küche. Bei großen Häusern kam dann noch ein Garten. Alle Räume waren eher klein. Ärmere Leute hatten nur einen Innenhof (Atrium). In jedem Haus gab es einen Hausaltar, das Lararium - sieht irgendwie dem Herrgottswinkel bayerischer Bauernhäuser oder den heutigen Hausaltären in Südeuropa ähnlich. Sehr Wohlhabende hatten einen 1. Stock, in dem anscheinend mehr die Sklaven untergebracht waren oder die vermietet waren. Sklavenräume hatten an der Wand ein schwarzes Band.

Grundriss zweier relatv typischer Peristylhäuser. Die versunkenen Vesuvstädte (Pompeji, Herculaneum, Stabiae, Oplontis, Leucopaetra, Taurania, Tora, Cossa und Sora) waren nicht sehr groß, und es lebten eher wohlhabende Leute dort. Das meiste ist noch unentdeckt. Die bei der Explosion entstandene Bimsstein- und Aschewolke zog nach Süden, Pompeji verschwanden unter einer 3 bis 5 m hohen Bimssteinschicht. Herculaneum liegt dirket am Fuß des Vulkans und wurden schnell von einer heißen Lawine aus feinem Material (Pyroklastische Wolke) überrollt und erstickt. Der schnelle Luftabschluß konservierte z.B. Holz besser als in Pompeji, wo es verbrannte.
Für Bildungshungrige hier zwei Klicks mit vielen Infos zu Herculaneum, Pompeji und Paestum:
Link 1: Die Seite einer Schweizer Schule (Mit den Briefen des Plinius über den Vulkanausbruch im Jahr 79, vielen Bilder und Hintergründen) http://www.kzu.ch/fach/as/material/campania/default.html.
Link 2: Professionelle Bilder aus geamten Region mit kurzen, guten Infos. - http://www.paestum.de/de/ercolano.htm

Die Küchen in den Häusern waren eher klein, denn die Leute aßen viel in den Thermopolien (Schnellrestaurants), die es fast an jeder Ecke gab. Die Eckrestaurants sind an den offenen Seitenmauern, den gemauerten Tresen mit den eingelassenen Tonkrügen zu erkennen und es gab relativ viele davon. Auch viele andere Ladenlokale mit Verkauf auf die Straße hatten Fensteröffnungen bis auf den Boden, stellten ihre Ware in das Fenster. Am Abend wurden die Geschäfte mit Läden geschlossen.
Das ausgegrabene Herculaneum liegt unter dem neuen Ercolano. Der Vesuv im Hintergrund. Die Ausgrabung ist ein ca. 1km x 1km großes Gebiet mitten in der Stadt. Die Küstenlinie hat sich nach dem Vulkanausbruch ca. 100 m verschoben. - Wer übriges glaubt, die Römer hatten nur Skulpturen von klassischen Schönheiten gemacht - hier mal was anderes.
Ein Besuch in Pompeji. Neben den Statuen aus schwarzem Marmor wurden auch die versteinerten Reste der Bewohner geborgen. Viele nahmen eine Schutzhaltung ein. Auch verkrampft liegende Tiere wurden geborgen. Die Menschen sind nicht versteinert, sondern wurden verschüttet, gebacken, verwesten dann und zurück blieb ein Hohlraum in dem Staub-Stein-Gemisch der Lava. Diesen Hohlraum hat man mit Zement ausgegossen. In der Stadt fand man die, die nicht so gut weglaufen konnten oder wollten. Die Menschen wurden langsam zugeschüttet. Am schlimmsten waren die Funde der angeketteten Sklaven in den Häusern. Die meisten Toten fand man allerdings auf der 4m hohen Bimssteinschicht. Sie hatten den Asche- und Gesteinsregen überlebt, wollten über das Gröll mit Kissen auf den Köpfen fliehen und wurden dann aber ebenfalls von einer pyroklastischen Lawine verschüttet.
Ausgegrabendes Stadttor von Pompei und die Hauptstraße Via dell' Abbondanza.
Auf dem Forum (Marktplatz) von Pompeij und in der Via della Fortuna.
Der städtische Sportplatz (Palestra Grande) und das kleine Theater (Teatro Piccolo).
Ein Amphittheater (Anfiteatro) gab es natürlich auch, für die beliebten Gladiatorenkämpfe. Es faßte 20000 Plätze, dabei hatte Pompeij nur 15000 Einwohner. Ein überregionales Zentrum. Was nicht so schön ist: die Altertümer werden nicht gut geschützt, vor dem Wetter, vor Tauben und vor den Leuten.
Das meistbesuchte Haus dürfte das Lupanare in der Vico del Lupanate sein -linkes Bild-, eines der 25 (!) Bordelle von Pompeji. Das Eckhaus hat zwei Eingänge zu den zwei Straßen am Eck. Ein L-förmiger Gang führt von Eingang zu Eingang. So konnten die Besucher durchlaufen. In den kleinen Kammern waren meist griechische Sklavinnen. Über ihren Zimmerchen waren erotische Bilder, die die Spezialitäten der jeweiligen Frauen zeigten. An dem einem Ende war das Klo und /oder ein Waschkämmerchen. Das Klo war nahe zur Straße, wegen der Leerung.
Gewaschen wurde sich aber mehr in den Badehäusern. Es gab mehrere in Pompeji, je nach Geldbeutel und Stand der Besucher. Da die Bäder stärkere Mauern und Gewölbe hatten, sind sie besser erhalten (links Bild) und man kann die einzelnen Räume gut erkennen.
ENDE Teil 3,
Link zu Teil 4:
Besuch des Nationalmuseums in Neapel mit wichtigen Funden aus den antiken Städten; Krater Solvatara; Vesuv; Halbinsel Sorrent