Unvermeidlich an der Stelle, das Weserlied:
Wo Werra sich und Fulda küssen
Sie ihre Namen büssen müssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.
Hann. Münden, d. 31. Juli 1899.
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| Stadtplan Hann. Münden. Bike-Parken: an der B496 am Stadtturm am Anfang der Langen Straße (Linkskurve) sind rechts extra Bike-Parkplätze, oder auf dem Tanzwerder, oder am Welfenschloss irgendwo reingequetscht. |
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| Wirklich hysterisch: Altstadt, bzw. der "Anwohnerfalschparkbereich" |
Das Weserlied steht auf einer in einen großen Stein (dem "Weserstein") eingelassenen Platte am Zusammenfluss von Werra und Fulda, der Geburtsstelle der Weser. Heute kaum noch zu erkennen, da der Stein von einer großen Kastanie überdeckt ist. Der Weserstein ist gut mit dem Bike erreichbar auf einer Insel, dem "Tanzwerder" (Werder= althochdeutsch für Insel), einem Großparkplatz mit Anschluss an die Altstadt über eine schöne Holzbrücke. Die Weser entsteht und mündet in dem aus den Ländern und Provinzen Hannover, Braunschweig, Schaumburg-Lippe und Oldenburg 1949 geschaffenen Land Niedersachsen.
Der ulkige Name "Hann. Münden" entstammt einem Stadtratsbeschluss. Ein Kompromiss zwischen dem alten Hannover`sch Münden und den von Reformern erwünschten: Münden. Zu Hann. Münden gehörte früher auch ein eigener Landkreis, nun gehört es zu Göttingen, für die etwas bornierten Mündener, besonders die Parkplatznachtwächter, ein kleiner Weltuntergang. Wenn ihnen was nicht passt, drohen sie gerne mit der Abwanderung von Niedersachsen nach Hessen, schließlich gehört die Stadt wirtschaftlich eindeutig zum Großraum Kassel.
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| Gehört irgendwie zum Programm: Blick von der "Weserliedanlage". Links die Werra, rechts die Fulda. |
Trotzdem: Die Lage der Stadt und die Masse und Qualität der Fachwerkhäuser sind einmalig. Eine erhaltene Fachwerk-Großstadt mit ganz wenigen Bausünden. Alexander von Humboldt zählte sie zu den sieben schönstgelegenen Städten der Welt! Ein Blick von der leider etwas versteckten Weserliedanlage (5 Min. Fußweg) gegenüber der Werrabrücke aus dem Jahr 1250 (älteste Steinbrücke Norddeutschlands) lohnt sich. Die hysterisch historische Altstadt ist total abgeschottet gegenüber fremden Autofahrern (angeblich nur Lieferverkehr frei), trotzdem ist sie voll mit "Anlieger- Autos", welche anscheinend stundenlang mit geheimnisvollen Be- und Entladungen beschäftigt sind,- typisch Hann-Mündener. Sie sind halt immer was besonderes gewesen im Laufe der Jahrhunderte, diese Nachfahren der amtlichen Flusspiraten.
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| Nur für beladene Anwohner: Werrabrücke von 1250. Älteste und schönste Steinbrücke Norddeutschlands mit Welfenschloss |
Die Stadt verdankte seinen Wohlstand der Weserschifffahrt. Die Schiffe von der Werra, der Fulda und der Weser mussten hier entladen und die Waren mussten zum Kauf angeboten werden (Stapelrecht von Kaiser.... sowieso). Sie haben die anderen Weseranliegerstaaten damit nach Kräften abkassiert. Leider dachten die Einfaltspinsel, das bliebe für alle Zeiten so. Sie wehrten sich immer heftig gegen die Eisenbahn und dem freien Zollverkehr in Deutschland. Irgendwann hatte die Eisenbahn die Weserschifffahrt als Hauptbeförderungsmittel abgelöst mit den deutschem Zollverein mussten die düpierten Mündener doch tatsächlich zusehen, wie die letzten Schifflein winkend bei ihnen durchfuhren.
Wenn hier jemand mit einer großen Zange rumläuft, sollte man die Klappe halten, es könnte ein Dr. Eisenbart- Fan sein. Der Arzt, Wunderheiler, Scharlatan (je nach Standpunkt) wirkte vorwiegend als Dentist und starb auch hier 1727. Es gibt vor dem Rathaus Dr. Eisenbart- Festspiele.
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| Rathaustür. Typisch Weserrenaissance |
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| Rathaus by night !! |
In der Nähe sind die hohen Brücken der A7 und der neuen ICE-Strecke über der aufgestauten Werra und der B 80 auch recht beeindruckend.
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| Fachwerk by night. Cruising nicht gefunden! |
Johann Andreas Eisenbarth war ein erfolgreicher Chirurg und Augenarzt. Er erfand eine Starnadel und einen Polypenhaken. Besonders durch die Starstecherei machte er sich einen Namen. Trotz seiner Heilerfolge wurde er von Schulmedizinern als Scharlatan abgetan. Oftmals steckte auch Neid dahinter. Heute ist das Studentenlied "Ich bin der Dr. Eisenbarth" noch bekannt, auch wenn er darin zu Unrecht als Kurpfuscher dargestellt wird.
Das Lied vom Dr. Eisenbarth:
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| Dr. Eisenbarth |
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| Fachwerk, überall |
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| Dr. Eisenbarth Gedenktafel |
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| Handwerkszeug eines Chirurgen |