Kloster Bursfelde

Bursfelde von der Straße aus
Bursfelde von der Straße aus.
Klein, aber vom Feinsten! Ein romanisches Schätzchen Niedersachsens. Das Ex- Koster liegt an der Weser mit wenig Acker-Hinterland vor den Waldhängen des Sollings. Von den Gebäuden des Kostergutes (Domäne der Klosterkammer Hannover) ist nicht mehr viel übrig. Parken im Domänenhof ist verboten, es geht auch an der Bushaltestelle vor dem mit Bäumchen gesäumten Weg zur Kirche. Meist ist die Kirche offen, da sie mit dem Tagungshaus verbunden ist und da oft was los ist. Von der gesamten Klosteranlage sind nur die romanische Basilika und der Westflügel des Klosters, der 1722 zum Gutshaus umgebaut wurde, erhalten. Heute ist das Gutshaus ein Tagungshaus der ev. Kirche, bzw. der theologischen Fakultät der Uni Göttingen.

Das Kirschenschiff ist in zwei große, rein romanische Räume unterteilt. Schlicht und klar und schön. Reine Romanik. Der fast verlassene Domänenhof ist verschönerungsbedürftig.
Bursfelde vom Weserufer aus
Bursfelde mit Rest vom Gutshaus.


Die Benediktinerabtei Bursfelde wurde im Jahr 1093 gegründet. Vermutlich auf dem Boden einer vorchristlichen Kultstätte. Der damalige Northeimer Graf Heinrich der Dicke wollte mit dem Kloster sein Territorium nach Süden hin sichern. Im 15. Jh. war sie Zentrum der klösterlichen Reformbewegung (Bursfelder Kongregation). Mit der Reformation wurde Bursfelde evangelisch: Die Mönche durften heiraten und verließen das Kloster. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde das Kloster Bursfelde endgültig evangelisch. Bis 1672 lebte eine Mönchsgemeinschaft mit ihrem Abt in Bursfelde. Später wurde das Kloster säkularisiert, d.h.verstaatlicht. Der König von Hannover riss es sich unter den Nagel.



linker Kirchenraum
linker Kirchenraum
kleines Seitenschiff
kleines Seitenschiff


Der Landesherr hatte das Recht, den mit beachtlichen Pfründen verbundenen Abtstitel als Auszeichnung zu vergeben. Meist an hohe, vorwiegend brav landestreue, kirchliche Würdenträger. Seit 1828 wird jeweils ein Theologieprofessor der Georgia Augusta - Universität Göttingen zum Abt ernannt. Der Gründer und erster Kurator der Georgia Augusta, G. A. Frhr. v. Münchhausen, wurde 1751 auch Präsident der königlichen Klosterkammer. Seither war die Landesuniversität Hauptbegünstigte aus dem Vermögen der säkularisierten Kirchen und Klöster. Die heutige Regelung ist im Niedersächsischen Staats-Kirchen-Vertrag von 1955 rechtlich fixiert. Der ev. Landesbischof von Hannover, z.Z. die recht nette Bischöfin Käsmann, darf nun den Abt ernennen. Als evangelisches Kloster beherbergt Bursfelde weder Mönche noch Nonnen. Der Abt versteht sich als Pastor für die Mitglieder der Universität Göttingen und trägt zivil. Der Abt von Bursfelde hat in den Klosterräumen die Möglichkeit zu wissenschaftlichen Zusammenkünften einzuladen. Festgeschriebene Amtspflichten hat er nicht, wohl aber das Kanzelrecht in Bursfelde sowie generell die Rechte und Pflichten eines ordinierten Geistlichen.



Bursfelde
1.Mai 2004 Reinhard auf der Weserbergland-Tour. Eingang des Gutshauses Bursfelde.
kleiner Stilbruch
ein späterer kleiner, ausgebesserter Stilbruch




Bursfelde
1.Mai 2004 Reinhard's Gruppe auf der Weserbergland-Tour vor Bursfelde.